Ev.-luth. Kirchengemeinde

Kathrinhagen Rolfshagen

Warum Schuldnerberatung in der Diakonie?

In den vergangenen Wochen konnten Sie vermehrt der Lokalpresse entnehmen, dass sich neue Beratungsstellen in Schaumburg zu etablieren versuchen.

So finden Sie von Anwälten geschriebene, entsprechend gekennzeichnete Artikel zu „Restschuldbefreiung durch Privatinsolvenz“.
Beratungsstellen firmieren ganz offen als Anwaltsbüro, dazu in unterschiedlicher Unternehmensform oder sogar als eingetragener Verein e.V..
Das ist grundsätzlich gut und legitim, allerdings ist für die Betroffenen häufig schlecht zu erkennen, wenn es sich dabei um kommerzielle Angebote handelt. Mit dem üblichen Hinweis „In der Regel für die Betroffenen kostenlos“ wird vorausgesetzt, dass über ein Amtsgericht Beratungshilfe gewährt wird und der Anbieter daraus sein Honorar erzielt.
Drohende Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit können für die Betroffenen auch seelisch überaus belastend sein. Wenn das Einkommen nicht mehr ausreicht, um den normalen Lebensunterhalt wie Miete, Strom, Lebensmittel, Autokosten und anderes zu begleichen, fühlen sich die Betroffenen mit der Situation zunehmend überfordert. Es kommen laufend Mahnbriefe, Kündigungen, schließlich der Gerichtsvollzieher. Lohn- und Kontopfändungen sind erhebliche Einschnitte. Betroffene fühlen sich dem oft hilflos ausgeliefert, daher ist eine umfassende Hilfestellung und enge Begleitung angemessen.
Bis dahin ist es ein langer, schleichender Prozess, ein Leben in Angst.
Ehepaare streiten sich, wofür das wenige vorhandene Geld ausgegeben werden soll, Kinder können nicht an Schul- oder Kirchenveranstaltungen teilnehmen.
Häufig leidet die gesamte Familie.

Warum sollten sich Ratsuchende an die Diakonie wenden?

Die Diakonie, das Diakonische Werk in Rinteln und diakonische Mitarbeiter bei Ihnen vor Ort bieten seit Jahren Hilfen für Menschen in Not an, die zugleich auch häufig eine finanzielle Not ist. Hier prüfen Fachleute, ob und ggf. wie die Einnahmen der Haushalte verbessert werden können, um wenigstens ein Einkommen am Existenzminimum zu gewährleisten.

Dabei helfen wir auch bei der Antragstellung von Ihnen zustehenden Sozialleistungen und prüfen, ob die amtlichen Bescheide korrekt sind.
Als nächstes sehen wir uns die Ausgaben der Ratsuchenden an.
Gibt es Möglichkeiten, Kosten zu reduzieren, überflüssige oder überteuerte Verträge und Versicherungen zu kündigen, kostengünstigeren Wohnraum zu mieten, kleinere Fahrzeuge zu nutzen?
Schnellstmöglich werden wir mit den Hilfesuchenden gemeinsam überlegen, wie zuerst die akute Notlage überstanden werden kann. Hier müssen Prioritäten gesetzt werden. Erst nachdem der Haushaltsplan sicherstellt, dass die Familienmitglieder auskömmlich leben können, ohne dass neue Schulden gemacht werden müssen, ist es an der Zeit, sich um die vorhandenen Schulden zu kümmern.

Neue Schulden können das gesamte Verfahren scheitern lassen, darum ist zwingend dieser erste Schritt vor dem zweiten, also dem Verfahren zur Privatinsolvenz, erforderlich.

Sollte das Verfahren scheitern, ist ein erneuter Antrag auf Restschuldbefreiung erst wieder nach zehn Jahren möglich!
Seit dem Jahr 1998 gibt es die Insolvenz- ordnung, die es auch Privatleuten ermöglicht „in Konkurs“ zu gehen.
Deshalb spricht man auch von Privatinsolvenz oder Verbraucherinsolvenz. Die Mitarbeiter in der Diakonie begleiten Schuldner/innen bis zur Antragstellung beim Insolvenzgericht und bei Fragen oder Problemen auch in der Wohlverhaltensperiode, die 6 Jahre dauert.
Nach dieser Zeit bekommt der Schuldner die „Restschuldbefreiung“, wenn er in dieser Zeit die Bedingungen einhält. Selbstverständlich bekommt er während der gesamten Zeit von uns eine laufende Beratung und Unterstützung, damit er dieses Ziel auch tatsächlich erreichen kann.
Diese Beratungen und Hilfeleistungen sind, wie bei der Diakonie üblich, kostenlos und vertraulich. Unser Ziel ist es, in belastenden Situationen die angemessene und umfassende Hilfe anzubieten. Bei Schuldnern ist dies die professionelle Schuldnerberatung.

Schon viele Menschen haben uns dankbar verlassen mit den Worten: „Danke, Sie haben mir sehr geholfen“.

Martin Barwich
Kirchenkreissozialarbeiter und Leiter der Geschäftsstelle des Diakonischen Werkes des Ev.-luth. Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg

Reinhard Uschmann
Dipl.-Sozialarbeiter und Schuldnerberater

Haus der Diakonie
Bäckerstr. 8

Tel.: 05751 - 9621-0

Fax. 05751 - 9621-20

Anmeldung zu Gesprächsterminen

Montag - Freitag 08:00 Uhr bis 13:00 Uhr